Die Echtheit des Uttarādhyayana-sūtra, Vorlesung IX, Verse 34-36

    Alexander Zeugin
    Word

    Was bedeutet „Wer sich selbst durch sich selbst besiegt“? 
     

    Auch wenn ein Mann Tausende und Abertausende tapferer (Feinde) besiegt, ist sein Sieg doch größer, wenn er niemanden außer sich selbst besiegt. (34)
    Kämpfe mit deinem Selbst; warum mit äußeren Feinden kämpfen? Wer sich selbst durch sich selbst besiegt, wird Glück erlangen. (35)
    „Die fünf Sinne, Zorn, Stolz, Verblendung und Gier – schwer zu besiegen ist das eigene Selbst; aber wenn es besiegt ist, ist alles besiegt. (36)
     

    Uttarādhyayana-sūtra, neunte Vorlesung, DIE PRAVRAJYĀ (Einweihung) VON KÖNIG NAMI vs. 34-36, übersetzt (EN) von Hermann Jacobi 1895 n. Chr. (Deutsch) ΑΩ 2009 a.D.
     

    Die Untersuchung der wahren Bedeutung des ursprünglichen Prākṛt verwandelt die oben fett gedruckte und kursiv geschriebene Passage in 
     

    Wer sich selbst und nur sich selbst besiegt
    (d. h. indem er die fünf Sinne - Sehsinn, Hörsinn, Geruchsinn, Geschmacksinn, Tastsinn - den Zorn, den Stolz, die Täuschung/Betrug/Intrige sowie die Gier unterwirft) – sein Selbst, das in der Tat so schwer zu überwinden ist; wenn das Selbst (ātman) überwunden ist, ist alles überwunden. 


    Der Ausdruck „der Mönch muss sein ātman mit seinem ātman bekämpfen” ist verwirrend. Ātman ist hier keineswegs als eine vom eigenen Selbst oder vielmehr von sich selbst getrennte Einheit zu betrachten. Dieser Kampf gegen das Ātman kann in Wirklichkeit nur von einem selbst geführt werden; in einem solchen inneren Kampf kann man keine Hilfe von externen Verbündeten erwarten! Man muss sich selbst besiegen. Man bleibt ganz allein in diesem Kampf gegen das eigene Selbst, oder besser gesagt, gegen sich selbst! 


    Einzelheiten sind im Artikel zu finden  .