PAÑCATANTRA (SYRISCHE VERSION)

    Alexander Zeugin

    PAÑCATANTRA [13 von 324]

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    Geschichte oder DAS (UNTERSUCHUNGS)-TOR des Löwen und des Stieres [12 von 90]

    Seite 4

    Damnag sprach: 

    „Bruder, diese Geschichte habe ich gehört. Aber wer einem Herrn dient, tut dies nicht nur um den Magen zu füllen; denn den Magen kann man ja überall sättigen, sondern er dient deshalb, um seinen Freunden Gutes und seinen Feinden Schaden zu tun. Ein niedrig gesinnter Mensch hält selbst das Geringste fortwährend fest, wie ein Hund, der einen ausgedörrten Knochen gefunden hat und sich darüber freut in seiner gemeinen Gesinnung, obgleich er keine Erquickung davon hat. Aber ein Strebsamer, der nach etwas Besserem verlangt, gibt sich nur durch Notwendigkeit gezwungen zufrieden; sonst strebt er mit Recht nach immer größerem Reichtum, gleich dem Löwen, der einen Hasen gefangen hat und einen Waldesel erblickt, worauf er den Hasen laufen lässt in der Hoffnung auf den Waldesel. Der Hund wedelt lange bettelnd mit dem Schweif, aber der wütende Elefant kennt seine Stärke und Kraft; und wenn man ihm auch unter Schmeicheleien Nahrung reicht, so verschüttet er viel davon, noch bevor er frisst. Man sagt, dass der, welcher ruhmvoll und mit vielen lebt, wenn sein Leben auch nur kurze Zeit währt, unter die Langlebenden gerechnet wird; wer aber kümmerlich und allein lebt, dessen Leben wird, wenn es auch lange dauert, gar nicht als Leben gerechnet, es sei denn als ein sehr schlechtes Leben. Und wiederum sagt man vom Stier und Schaf und Menschen, dass es ihnen bloss um die Ernährung zu tun ist."

     

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