PAÑCATANTRA (SYRISCHE VERSION)

PAÑCATANTRA [25 von 324]

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Geschichte oder DAS (UNTERSUCHUNGS)-TOR des Löwen und des Stieres [24 von 90]

 

„Man sagt, Fürsten sollten niemals deshalb einem vertrauen, weil sein Vater ihnen nahe gestanden hatte und ihr Dienstmann gewesen war; noch einen andern deshalb geringschätzen, weil sie seinem Vater keine hohe Stellung gegeben hatten. Denn nichts ist dem Menschen so nahe und eigentümlich, als sein eigener Leib; und doch schneidet man in Krankheitsfällen Teile des Leibes ab, und bringt dagegen von aussen Arzneien herbei, um ihn dadurch zu erhalten. Die Mäuse, obgleich im Hause erzogen, werden ihrer Schädlichkeit wegen getötet, aber die Falken fängt man ihres Nutzens wegen ein und trägt sie auf der Hand."

Als Damnag diese Worte geredet hatte, lobte ihn der Löwe sehr und hiess ihn Vertrauen fassen. Alsdann stellte er ihn seinem Gefolge vor, damit es wisse, dass er dem Schakal seine Gunst zugewendet habe, und pries ihn, sagend: „Einen eifrigen und tüchtigen Diener, besonders wenn er ungerechterweise vernachlässigt worden ist und sich dadurch doch nicht hat erbittern lassen, ziemt es sich nicht zu verachten, wenn er auch dürftig ist. Denn auch eine Schlange, die, einmal mit Füssen getreten, nicht sticht, soll man deshalb nicht noch einmal zu treten wagen, da ja selbst das kalte Holz, wenn es heftig gerieben wird, sich erhitzt und Feuer von sich gibt."

 

[Fortsetzung … à … ]

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